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Fools - Eiskalte Engel

By: LinaChi
folder +. to F › DNAngel
Rating: Adult +
Chapters: 1
Views: 1,340
Reviews: 5
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Disclaimer: I do not own DNAngel, nor any of the characters from it. I do not make any money from the writing of this story.

Fools - Eiskalte Engel

Fools - Eiskalte Engel
Fan-Fiction zu: D.N.Angel
Autor: Aya-chan
Warning: Yaoi, lime
Rating: R

Story:
Dark hat Gefühle für Hiwatari. Hiwatari verachtet ihn und liebt Daisuke. Daisuke dagegen spielt mit Hiwatari, obwohl er sich offensichtlich kein Stück für ihn interessiert. Nur, warum...?

Kommentar: Und wieder eine Fic zu D.N.Angel! Mir gefiel die Idee von einem miesen Daisuke, aber der arme Hiwatari...*schnief* Der Untertitel \"Eiskalte Engel\" bezieht sich übrigens nicht nur auf den Schluss, sondern steht für das Motto der ganzen Fic: Alle sind fies und spielen mit den Gefühlen des anderen!*g*
Und ansonsten... Naja, irgendwie ist das Ganze total verkorkst geworden; ich hoffe, man kann der Handlung noch einigermaßen folgen... Sumimasen, wenn es nicht so sein sollte!

Widmung: Ich grüße hiermit mal ganz doll meine Freundin Sabby-chan, die seit kurzem für mich das Beta-Lesen übernimmt! Aligato! ^-~


FOOLS
- Eiskalte Engel


Fahles, weißes Mondlicht brach sich in den großen Fensterscheiben des Glasdaches und ließ die Statuen in der Kunsthalle geheimnisvolle Schatten werfen, in denen alles und nichts lauern konnte. Phantome, Erscheinungen, Seelen irgendwelcher Kunstwerke. Aber auch Polizisten. Und gewisse Generalbeauftragte.
Lautlos schritt Dark zwischen den starren Reihen der Steinfiguren hindurch, die seinen Weg wie eine Garde aus leblosen, stummen Wächtern säumten und ihm das Gefühl gaben, beobachtet zu werden. Natürlich wurde er das nicht. Zumindest nicht von den Statuen.

Der Herr Generalbeauftragte... Wo versteckte er sich?
Dark sah nach oben, wo er durch das Glasdach hindurch den sternenklaren Himmel erkennen konnte. Nachdenklich betrachtete er für mehrere Atemzüge das dunkle Firmament über sich. Wieviele es wohl waren? Wieviele dieser leuchtenden Dinger schwebten im Weltall, funkelten und verglühten wieder und entzückten dabei Millionen von Menschen...?
Ihm kam es vor, als könnten es nicht annähernd soviele sein, wie die unzähligen Male, die er sich liebend gerne sein Herz aus dem Leib herausgerissen hätte. Damit diese Tortur endlich ein Ende nahm, damit er endlich diese Verachtung ertragen konnte... \"seine\" Verachtung.
Ein tiefer, scharfer Schmerz durchfuhr den dunkelhaarigen Dieb, doch dieser seufzte nur und verdrängte die quälenden Gedanken. Schwäche konnte er sich nicht leisten, nicht jetzt.
Plötzlich blieb er stehen. Sein Blick war auf einen undurchdringlichen, schwarzen Schatten vor ihm gerichtet. \"Du kommst spät... Hiwatari.\"
Hiwataris Silhouette löste sich aus der Dunkelheit und bewegte sich auf ihn zu. Als die Konturen seines Gesichtes im blassen Licht sichtbar wurden, meinte er: \"Du auch.\"
Dark zwang sich zu einem Grinsen, fuhr sich mit der Hand durch sein violettes Haar und gab etwas von sich, das wie ein \"Hmpf\" klang. Dann aber fragte er: \"Wo ist sie?\"
\"\'Die Träne des Mondengels\'?\" In den blauen Augen des Generalbeauftragten funkelte es amüsiert. Er griff in den Ausschnitt seines Hemdes und zog eine feingliedrige Kette mit einem kristallenen, tränenförmigen Anhänger hervor. \"Hier.\"
In Dark zog sich etwas zusammen. Na prima. Er hatte gehofft, \"ihm\" nicht zu nahe kommen zu müssen... und nun hing der Gegenstand, den er stehlen sollte, am Hals seines Feindes. Um sein Unbehagen zu überspielen, zuckte er gleichgültig mit den Schultern. \"Meinst du, das hält mich auf?\"


\"Nein\", entgegnete Satoshi ehrlich. Das glaubte er wirklich nicht. Es gehörte schon einiges mehr dazu, um Dark, den legendären Meisterdieb, aufzuhalten.
Es war ja nicht so, dass Hiwatari diese Mittel nicht besaß - oh, er hätte ihn auf der Stelle besiegen und zur Strecke bringen können, wenn er gewollt hätte. Die Hikaris verfügten über Tricks, um deren alleiniges Wissen manche schon den Verstand verlieren würden... Doch Darks Körper gehörte eben nicht nur Dark allein.
Er schob die Brille auf seinem Nasenrücken wieder zurecht und fügte schließlich erklärend hinzu: \"Aber ich will es dir ja auch nicht zu leicht machen, Kaito...\"
\"Pff.\" Dark machte eine abfällige Bewegung mit der Hand und schritt langsam auf ihn zu.
Ohne dass Hiwatari es wollte, spannte sich jeder einzelne Muskel in seinem Körper an, während seine Augen die kleinste Bewegung des Diebes - und sei es ein Blinzeln - aufmerksam beobachteten. In seinem Kopf spielten sich bereits hunderte von Möglichkeiten ab, wie Dark versuchen könnte, ihm die Kette zu entreißen. \"Wenn du dir deiner Sache so sicher bist, dann hol\' sie doch... die \'Träne des Mondengels\'!\"
\"Werde ich\", rief Dark und schnalzte mit der Zunge. Nur noch wenige Schritte trennten die beiden Gegner. Plötzlich sprang er mit einem geschmeidigen Satz nach links, um im Schatten einer großen Engelsskulptur zu verschwinden.
Satoshi keuchte überrascht auf. Sein Blick wandte sich ebenfalls nach links, doch er konnte Dark nicht mehr ausmachen. Verärgert ballte er die Hand zur Faust und versuchte angestrengt, etwas in der Dunkelheit des Museums zu erkennen.
\"Nicht doch, Herr Generalbeauftragter! Ich bin hier!\"
Darks Stimme kam von rechts. Mit einem Ruck wandte Satoshi sich um und erwartete Darks Gestalt zu sehen, aber da war nichts außer der Figur einer betenden Madonna. Missmutig fuhr er sich durch sein blaues Haar. Dark spielte mit ihm. Dies war eine Taktik um ihn zu verwirren, ein Ablenkungsmanöver. In Wirklichkeit...
\"Hey, bist du blind? Hier!\" Diesmal schräg von hinten. Satoshi machte sich schon nicht mehr die Mühe, sich umzudrehen, sondern schloss die Augen. Er konzentrierte sich auf seinen unregelmäßigen Atem und das Blut, das in seinen Ohren pochte, bis er allmählich ruhiger wurde. In der Kunsthalle war es absolut still. Obwohl er Darks Schritte nicht hören konnte, spürte -wusste- er, dass er sich bewegen musste. Er näherte sich ihm. Meter um Meter. Nur noch ein paar Schritte, dann-
\"Du erlaubst doch\", murmelte eine tiefe Stimme dicht an seinem Ohr. Dark stand hinter ihm und machte sich mit raschen, geschickten Bewegungen daran, den Verschluss der Kette zu öffnen.
Für einen Augenblick blieb Satoshi einfach regungslos stehen -er hatte zwar damit gerechnet, aber diese Unverfrorenheit irritierte ihn nun doch ein wenig-, dann spannte er jedoch erneut die Muskeln in seinem Körper an und griff blitzschnell über seine Schulter. Er bekam einen von Darks Armen zu fassen, beugte sich nach vorne und schleuderte den Dieb mit einem gekonnten Schulterwurf vor sich auf den Boden.


Mehrere Augenblicke blieb Dark einfach nur benommen liegen. Der Boden des Museums war aus Marmor und der harte Aufprall hatte ihm die ganze Luft aus den Lungen getrieben. Als er sich stöhnend bewegte, spürte er den Druck von starken Händen, die seine Schultern und Oberarme wieder auf den Boden pressten. Langsam öffnete er die Augen und erblickte wenige Zentimeter über sich Hiwataris Gesicht - allerdings kopfüber. Der Generalbeauftragte kniete hinter ihm und hatte sich über ihn gebeugt.
Dark konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen, bevor er endlich hervorbrachte: \"Selbstverteidigung...? Du überraschst mich immer wieder, Hiwatari.\"
\"Um mir lästige Diebe vom Hals zu halten,\" erwiderte dieser amüsiert. \"Im wahrsten Sinne des Wortes.\"
\"Du tust wohl alles, um mic fan fangen...\"
Hiwatari blinzelte, dann öffnete er den Mund und sein heißer Atem strich über Darks Stirn, als er völlig ernst meinte: \"Ich würde dich sogar vernichten, wenn es nötig wäre.\"
Die violetten Augen des Diebes weiteten sich und in seinem Inneren machte sich erneut dieser qualvolle Schmerz breit. Verzweifelt knirschte er mit den Zähnen, während er versuchte, sich zu beherrschen. Keine Schwäche... Scheiße, er durfte keine Schwäche zeigen!
\"Dann tu\'s doch, verdammt!!!\", fuhr Dark das Gesicht über sich unvermittelt an.
Die Augen des Generalbeauftragten starrten ihn erstaunt an - für einen Moment hatte Dark das Gefühl, dass er seine Aufforderung sogar beinahe befolgen wollte-, doch schließlich wandte Hiwatari schweigend seinen Blick ab.
\"Du kannst es nicht\", raunte der dunkelhaarige Dieb nach einigen Minuten des Schweigens eisig. \"Denn wenn du mich tötest, stirbt auch \'er\'...\"
Satoshi antwortete nicht. \"Aber soll ich dir mal was sagen? Sei doch nicht so gutherzig. Du musst nicht glauben, \'er\' wäre netter als ich... Das ist er nämlich bestimmt nicht. Auch wenn du ihn liebst...\"
Dark bemühte sich, höhnisch zu grinsen, konnte seine Mundwinkel jedoch nur zu einem leidenden Lächeln verziehen, und er spürte, wie sein Herz bei den Worten hart gegen seinen Brustkorb schlug. Hitze strömte aus seinem Innern und breitete sich in seinem ganzen Körper aus.
Erst nach einigen Augenblicken realisierte er, was dies bedeutete... \"Er\"!
Panisch schloss er die Augen und tat sein Äußerstes um wieder zur Ruhe zu kommen, doch er verlor bereits die Kontrolle über seine Gliedmaßen - sein Bewusstsein wurde immer mehr in namenlose, schwarze Tiefen gedrängt...
Schließlich grinste Daisuke dem sprachlosen Hiwatari ins Gesicht.


\"N-Niwa?!\" Hiwatari schluckte schwer, als er den rothaarigen Jungen unter sich sah.
Daisuke blickte ihm in die Augen, bemerkte die Hände, die seine Schultern auf den Boden drückten und sein Grinsen wurde, wenn überhaupt möglich, noch breiter. \"Wie *nett*... Wirklich. Wie nett, dich zu sehen.\"
Betreten schwieg Hiwatari. Er hatte nicht damit gerechnet, dass Dark so schnell die Kontrolle verlieren würde... Und nun war er derjenige, der darauf Acht geben musste, was er tat - oder was er dachte.
\"So still, Herr Generalbeauftragter?\" Niwa glotzte ihn aus bemüht unschuldigen und großen Augen an, wobei er versuchte, sein hämisches Grinsen zu unterdrücken. Er hatte jedoch wenig Erfolg damit und so war sein Mund zu einer lächerlichen Grimasse verzogen.
\"Verarsch\' mich nicht\", zischte Satoshi mit wachsendem Ärger. Aber gleichzeitig fühlte er sich, als hätte er einen Schlag in die Magengegend bekommen. \"Ich könnte dich jetzt sofort festnehmen... Allein deine Anwesenheit in diesem Museum, zu dieser Uhrzeit, wäre Grund genug dafür.\"
Ohne sich sonderlich beeindruckt von der Drohung zu zeigen, antwortete Niwa: \"Och, das tust du sowieso nicht.\" Gemächlich hob er seine Unterarme an, um Hiwataris Arme von seinen Schultern zu schieben. Dieser wehrte sich nicht. Niwa konnte ihm nur auf eine Weise gefährlich werden - und die war nicht körperlich.
\"Das tust du nicht\", fuhr Daisuke fort, während er sich aufrichtete. \"Dazu bist du viel zu *nett*... Und außerdem gibt es da ja noch unsere Abmachung.\" Er wandte seinen Körper zu Hiwatari um, der ebenfalls noch immer am Boden kniete, und rutschte näher heran, bis er dicht vor ihm war.
\"\'Wenn ich es bin, dann fängst du mich nicht\'... Hab\' ich Recht?\" Er schlang die Arme um den Generalbeauftragten und vergrub seinen Kopf in dessen Hals.
Der blauhaarige Junge schloss daraufhin die Augen und lauschte auf seinen Herzschlag. Erleichtert stellte er fest, dass er sich noch ganz gut im Griff hatte; noch. Die lange Zeit, die er Niwa nun schon kannte, hatte ihm geholfen zu lernen, wie man seine Gefühle unterdrückte. Die Verwandlung zu Krad war kein Vergnügen, sie war *gefährlich*. Es war nicht nur für Satoshi selbst wichtig, sich beherrschen zu können.
Daisuke kümmerte das nicht sonderlich; das hatte es noch nie. Wieder einmal - wie so oft in der letzten Zeit - begann er, sich intensiv seinem Feind zu widmen. Seine Hand zerwühlte das blaue Haar des Generalbeauftragten, seine Zunge war damit beschäftigt herauszufinden, wie die Haut von Hiwataris Hals schmeckte. Das Ergebnis schien ihn zufrieden zu stellen, denn er ging mit einem genüsslichen Seufzen dazu über, den Nacken seines Gegners mit kleinen, behutsamen Küssen zu bedecken.
Dieser spielte für den Bruchteil einer Sekunde ernsthaft mit dem Gedanken, der Versuchung nachzugeben. Doch als Satoshi klar wurde, was er da gerade dachte, biss er sich auf die Unterlippe und schob Daisuke vorsichtig, aber bestimmt von sich. Nein. Es ging einfach nicht.
\"Spielverderber.\" Der rothaarige Junge wischte sich ein paar Strähnen aus dem Gesicht und schaute ihn verärgert an. In seinen Augen lag etwas, das Satoshi nicht richtig deuten konnte und das ihn verwirrte. War es...? - Nein, das *konnte* es nicht sein.
\"Das machst du mit Absicht\", wisperte er schließlich in die Stille hinein.
\"Was?\"
Hiwatari gab sich keine Mühe, die schwere Melancholie in seiner Stimme zu verbergen. \"... mich quälen.\"
\"Natürlich\", erwiderte Daisuke, als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt. Seine Lippen umspielte ein dünnes, geringschätziges Lächeln. Dann, ohne Vorwarnung, warf er sich schwer gegen Hiwataris Oberkörper und schmiss ihn um, sodass er mit seinem Kopf hart auf dem Marmorboden aufschlug. Dem Generalbeauftragten wurde schwarz vor Augen.


Ein Pochen in seinem Schädel weckte Satoshi aus seiner kurzzeitigen Ohnmacht. Er ächzte benommen und wollte sich an den Hinterkopf fassen, doch seine Hände bewegten sich nicht. Erst nach einem Moment der Verwirrung spürte er den Druck um seine Gelenke: Er war irgendwie an den Boden gekettet. Oder gefesselt, was auch immer. Tatsache war, dass er seine Hände nicht bewegen, geschweige denn benutzen konnte - und das war keine Tatsache, die ihm gefiel.
Langsam hoben sich seine Augenlider. Über ihm wurden zwei rote Augen erkennbar, die vergnügt aufblitzten, als sie bemerkten, dass er wieder zu sich kam.
Daisuke saß im Schneidersitz auf dem schwarzen, glattpolierten Marmorboden und hatte sich leicht vornüber gebeugt, um seinen Gefangenen zu mustern. Er lächelte zufrieden und lehnte sich wieder zurück. \"Wieder wach?\"
Hiwatari gab ein Brummen von sich, das wohl eine Zustimmung sein sollte. Das dumpfe Gefühl in seinem Kopf verschwand allmählich, sodass er ihn zur Seite drehen und Niwa ansehen konnte.
\"Was... hast du gemacht?\"
Rotes, strähniges Haar fiel Daisuke in die Stirn, als er heimtückisch lächelnd seinen Kopf schräg legte. \"Ich wollte dich eigentlich nur an den Boden ketten\", erwiderte er, löste seine Beine aus dem Schneidersitz und schwang stattdessen eines über Hiwataris Körper. Mit einem Grinsen nahm er rittlings auf dem Unterleib des blauhaarigen Jungen Platz.
\"Aber ich war wohl etwas zu grob... Du warst kurz weggetreten\", erklärte Niwa weiter, während er beinahe schon fürsorglich durch das blaue Haar des Generalbeauftragten fuhr, die kleine Erhebung an dessen Hinterkopf abtastete und schließlich meinte: \"Keine Angst, das gibt nur eine kleine Beule.\"
\"Wie schön\", knurrte Hiwatari ungehalten. Eine Beule war jetzt die geringste Sorge, die er hatte. Niwa konnte mit ihm machen, was er wollte und er, Satoshi, hatte keine Möglichkeit, etwas dagegen zu tun. Er saß - oder wenn man genau sein wollte: er lag - in der Falle.
In Gedanken machte er sich grimmig eine Notiz, nie wieder zu glauben, dass Niwa ihm körperlich nicht gefährlich werden konnte. Danach wandte er sich wieder dem augenblicklichen Problem zu und beobachtete seinen Gegner mit kritisch zusammen gekniffenen Augen. \"Wozu hast du mich gefesselt? Was hast du vor?\"
Daisukes Zeigefinger zeichnete eine federleichte, sanfte Linie von Hiwataris Stirn über dessen Nasenrücken, bis er auf seinen Lippen ruhte. \"Kannst du dir das nicht denken?\", beantwortete er Hiwataris Frage mit einer weiteren. In seiner Stimme schwang Ton Ton mit, der klang, als würde er ein kleines Kind belehren. \"Erstens: Ich habe hier schließlich etwas zu erledigen. - Oh, wo wir gerade schon dabei sind: Ich nehm\' mir das mal...\" Fast beiläufig griff Daisuke nach der \"Träne des Mondengels\", die noch immer an Satoshis Hals hing. Eine rasche, kaum mit den Augen wahrnehmbare Bewegung, und die Kette baumelte in seiner Hand.
\"Zweitens\", murmelte er weiter und legte sich das Schmuckstück provokant um den eigenen Hals. \"...Zweitens muss man die Leute manchmal zu ihrem Glück zwingen.\"
\"Glück?\" Hiwatari hätte beinahe laut aufgelacht. \"Ich glaube kaum, dass dir *mein* Glück am Herzen liegt! Mir scheint eher, du bist sauer, dass ich dich vorhin wieder mal nicht \'rangelassen habe-\"
\"Halt die Klappe!!!\"
Niwa hatte ihn unvermittelt angeschnauzt. Nun verzog er launisch seinen Mund und bemühte sich, sein Unbehagen über seinen Ausraster zu überspielen. Wieder war in seinen roten Augen dieser Ausdruck, der Hiwatari irritierte. Dieser *Ärger*...
Ja! Es war... *tatsächlich* Ärger, genau wie vorhin. Niwa war *wütend*, dass er ihn abgewiesen hatte! Aber... Wie war das möglich? Er war ihm doch völlig egal! Mehr noch: Niwa hasste ihn. Und Satoshi bezweifelte, dass er seine Meinung über ihn aus heiterem Himmel geändert hatte...
Er mussohl ohl ziemlich entgeistert aussehen, denn Daisuke betrachtete ihn misstrauisch und fragte ungehalten: \"Was glotzt du so gestört? Bin ich ein Ausstellungsstück oder was?\"
\"Naja, du trägst eins um den Hals\", meinte Hiwatari ruhig. Seine Gedanken kreisten noch immer um Niwas Wutausbruch. Warum war Daisuke so versessen auf ihn? Irgendetwas lief hier ziemlich falsch...
Daisuke schien seine Antwort sehr amüsant zu finden. Die Züge in seinem Gesicht entspannten sich wieder und er fragte lächelnd: \"Wir sind heute wohl besonders humorvoll, wie? Aber ich kenne etwas, das noch viel mehr Spaß macht, als dumme Witze zu machen. *Viel* mehr Spaß...\" Er kicherte leise und hauchte einen kleinen Kuss auf Hiwataris Stirn.


Mit spitzen Fingern und übermäßiger Vorsicht zog Daisuke die Brille von der Nase des Generalbeauftragten, klappte sorgfältig die Bügel zusammen - und scs sis sie tief in die Dunkelheit des Museums hinein. Ein leises Klappern erklang, als sie auf dem Boden aufschlug.
\"Hat ein wenig gestört\", erklärte er und zuckte gleichgültig mit den Schultern.
Schließlich senkte er sich wieder zu Hiwatari hinunter, um ihm ohne Eile das Hemd aufzuknöpfen. Dabei bewegte er sein Becken lasziv in langsamen, kreisförmigen Bewegungen gegen das seines Feindes.
Satoshi verzog angewidert das Gesicht. Nicht weil er es abstoßend fand, nicht weil er etwas dagegen hatte. Weil es ihm *gefiel*. Niwa benutzte ihn, warum auch immer, und er... Der Ekel, den er vor sich selbst hatte, war unbeschreiblich. Und er wuchs noch mehr, als Daisuke verspielt an seiner Brustwarze zu saugen begann, während sich seine Hände an der Gürtelschnalle zu schaffen machten.
\"Wag\' es ja nicht\", zischte Satoshi.
Niwa grinste bei den Worten nur, so als hätte er sie schon erwartet, ja, sich fast schon darauf gefreut, und wandte sich der anderen Brustwarze zu.
\"Deine Drohung würde sicher etwas überzeugender klingen, wenn du nicht so wehrlos an den Boden gefesselt wärst\", stichelte er und rutschte mit seinem Unterleib ein Stück weiter nach unten, damit seine Zunge Hiwataris Bauchnabel erreichen konnte. Mittlerweile war die Schnalle offen.
\"Hör\' auf!!!\"
Wütend rüttelte Satoshi an den Fesseln, die seine Hände am Boden festhielten, aber sie bewegten sich keinen Zentimeter. Wenn er doch nur freikäme! Es machte ihn wahnsinnig, Niwa so hilflos ausgeliefert zu sein. *Niwa* machte ihn wahnsinnig...
Er ächzte überrascht auf, da der rothaarige Junge auf einmal seine Hose - Satoshi hatte gar nicht bemerkt, wie er sie geöffnet hatte - mitsamt den Boxershorts herunterzog. Daisuke hatte ein wenig Mühe, sie dem am Boden liegenden Generalbeauftragten auszuziehen. Doch dieser wehrte sich nicht besonders und so lag er letztendlich, abgesehen von dem offenen Hemd, vollkommen nackt vor ihm.
Mit einer gewissen Anerkennung musterte Daisuke den Körper des Blauhaarigen.
\"Nicht schlecht\", gab er grinsend zu. Seine Fingerspitzen fuhren sanft über die Innenseite von Hiwataris Oberschenkeln. Dann setzte er sich zwischen sie.
Die Mamorplatten des Bodens waren kühl, doch Satoshi registrierte nichts davon. Das Einzige, was er spürte, war die Hitze, die seinen Körper durchströmte und seinen Atem beschleunigte. Das Pochen des Blutes in seinen Ohren. Das Pochen an einer anderen Stelle.
Unwillkürlich breitete sich ein gequältes Lächeln in Hiwataris Gesicht aus. Jetzt war es sowieso zu spät, um aufzuhören...
Er zuckte zusammen, als er Daisukes Griff spürte. Er war fest, beinahe schon zu fest. Keuchend warf er den Kopf in den Nacken. Der Rhythmus, den die Hand des Rothaarigen nach einer Weile aufbaute, war so *verdammt* träge... Schwarze Punkte tanzten vor seinen Augen und er glaubte, wieder in Ohnmacht fallen zu müssen. Wie schade, dass er es nicht tat; auf das, was ihm noch blühte, war er nicht gerade scharf...
\"...Sadist\", brachte er schwer atmend hervor.
\"Oh, findest du?\" Daisuke stoppte seine Massage und leckte sich wie ein hungriger Wolf über die Lippen. Wüsste er es nicht besser, hätte Hiwatari gesagt, es wäre wirklich Lust, die in seinen Augen glühte. \"Hier will wohl jemand, dass ich zur Sache komme...\"
Noch einmal fuhr Daisukes Zunge über seine Lippen, bevor er seinen Kopf senkte. Hiwatari stöhnte und bäumte sich auf, doch seine Hüften wurden grob wieder auf den Boden gedrückt.
\"Scheiße, warum... ugh... tust du das?\" Von Niwa kam keine Antwort mehr.
Blaue Haarsträhnen klebten an Hiwataris schweißnasser Stirn, sein Atem ging stoßweise. Die Hitze in seinem Inneren wurde immer unerträglicher, schien sein Blut zum Kochen zu bringen. Mit einem Mal hatte er das Gefühl, eine große Hand würde sich erbarmungslos in seine Brust krallen und versuchen sein Herz herauszureißen.
*Es ist soweit*, dachte Satoshi grimmig. Es hatte ihn fast schon gewundert, dass Krad sich so viel Zeit gelassen hatte. Aber nun würde er sich seines Körpers bemächtigen. Je mehr er sich dem äußersten Punkt näherte, desto mehr spürte er Krads Gegenwart. Und desto größer wurden seine Schmerzen.
\"...Wa...rum...\", presste er keuchend hervor. \"Warum...?\"
Niwa unterbrach seine Tätigkeit für einen Augenblick, schluckte leicht und sah seinem Feind in die Augen. \"Du willst wissen warum?\"
Er lächelte, als er sah, wie Hiwatari vor Qual die Zähne zusammenbiss. Sein Haupt senkte sich wieder, langsam, und kurz bevor er dafür sorgte, dass Satoshi halb vor Erregung, halb vor Schmerz aufschrie, sagte er: \"... Weil ich will, dass du mich hoffnungslos liebst.\"


Benommen schüttelte Daisuke seinen Kopf, schluckte die weiße Flüssigkeit hinunter und wischte sich mit einer Hand über den Mund. Mehrere Sekunden kniete er mit geschlossenen Augen am Boden. Dabei vergaß er beinahe, warum er hier war... Genau! Ob er es geschafft hatte?
Eine tiefe Stimme über ihm ließ ihn erschaudern. \"Zufrieden, Kleiner?\"
Als er aufsah, blickte Daisuke in Krads Augen. Ihr blau war so eisig, wie die Kälte, mit der er sprach. Langes, blondes Haar fiel ihm in die Stirn und über die Schultern. Er saß da, lächelte ihn herablassend an - und war nicht gefesselt.
\"Wie... was\", stammelte Daisuke, zu fasziniert von diesen Augen, um einen anständigen Satz zu bilden. Sie strahlten zugleich Schönheit und Gefahr aus. Wie ein Feuer, nur ungleich kälter...
\"Wie ich mich von den Fesseln befreit habe? Ich bitte dich! Die können vielleicht Satoshi aufhalten, aber nicht mich\", erklärte er ungefragt. Es schien, als wüsste er genau, was der rothaarige Junge dachte.
Gemächlich griff Krad nach Hiwataris Hose, die neben ihm auf dem schwarzen Boden lag und begann, sie anzuziehen. Er stand auf, das Sirren des Reißverschlusses ertönte. Schließlich blickte er wieder auf Daisuke herab, der das Ganze stumm verfolgt hatte.
\"Also, zufrieden?\" Krad lächelte kalt und meinte: \"Ja, Satoshi war wirklich blind. Die ganze Zeit dachte er, es ginge um ihn... Aber du wolltest *mich* sehen, nicht wahr?\"
*Komm\' mir bitte nicht mehr unnötig nahe, denn dadurch erwacht Krad, den ich verdrängt hatte.*
Hiwataris Satz hallte im Gedächtnis des Rothaarigen wider, brachte ihn fast dazu zu lächeln. Die gut gemeinte Warnung seines Gegners war für ihn viel mehr ein Hinweis gewesen. Ein Hinweis, wie er den wiedersehen konnte, der ihn seit jenem Tag nicht mehr losließ. Diesen \"Engel\"...
Sicher, Hiwataris Widerstand war ermüdend gewesen - nervig, keine Frage - , doch Daisuke hatte sich geduldig gezeigt und versucht, auf die richtige Gelegenheit zu warten. Mit der Zeit hatte er sogar ein wenig Gefallen daran gefunden, seinen Feind zu verführen - besser gesagt: Es zu versuchen. Aber er hatte dabei nie sein Ziel aus den Augen verloren. Und heute Nacht war es ihm endlich gelungen...
Immer noch wie benebelt flüsterte Daisuke schließlich: \"... Ja.\"
\"Obwohl ich versucht habe, dich umzubringen?\"
Er nickte.
\"Wenn ich es wieder tue...?\"
Schulterzucken.
Sein \"Engel\" lachte leise auf. Er schien sichtlich amüsiert über den rothaarigen Junge, der alles dafür getan hatte, um ihn wiederzusehen, seinen Feind. Verständnislos schüttelte er seinen Kopf, beugte sich hinunter und packte mit festem Griff Daisukes Kehle.
Diesem entfuhr ein überraschtes Gurgeln, als ihm auf einmal die Luftzufuhr abgedrückt wurde. Völlig überrumpelt war er für mehrere Augenblicke gar nicht in der Lage sich zu wehren, bis er endlich die Hände hob, um sich aus dem Würgegriff zu befreien.
Doch bevor er wirklich dagegen ankämpfen konnte, ließ Krad ihn auch schon wieder los. Er fuhr sich durch sein blondes Haar und schenkte ihm einen geringschätzigen Blick.
\"Für dieses Mal lasse ich dich noch laufen. Aber an deiner Stelle wäre ich in Zukunft vorsichtiger; ich bin nicht so nachsichtig wie Satoshi...\" Ein Funkeln erschien in seinen Augen, als er hinzufügte: \"Außerdem bist du nicht Dark.\"
*Poch*. Niwas Herz machte einen erschrockenen Hüpfer, seine roten Augen verengten sich zu misstrauischen Schlitzen. \"Was... soll das heißen?\"
\"Oh, das weißt du genau. Du kannst ihm nicht das Wasser reichen. Dark ist der Einzige, den ich-\"
\"Klappe!\", brüllte Daisuke panisch, während er seine Hände zu Fäusten ballte. Nein, er wollte das nicht hören! \"Dark hasst dich! Er... verachtet dich so sehr, wie ich Hiwatari...\"
Krad beugte sich erneut zu ihm hinunter, sodass ihm sein langes, blondes Haar weich über seine nackten Schultern fiel. Er sah Daisuke in die Augen. Und zum ersten Mal, seit er Krad kannte, hatte sein Gesicht einen Ausdruck, der *Wärme* ausstrahlte - was im völligen Kontrast zu dem stand, was er nun sagte.
\"Und ich verachte *dich*. So ist das nun mal... Und wie sagtest du so schön: \'Manche muss man zu ihrem Glück zwingen.\'\" Er griff Daisukes Kinn und zog ihn näher zu sich hoch, um einen Kuss auf dessen Stirn zu hauchen. Anschließend richtete er sich wieder auf.
Die Stille des Museums wurde von einem sanften Rauschen, wie das eines leichten, frischen Windes, durchbrochen. Weiße Federn wirbelten in der Luft und schimmerten im blassen Mondlicht, das durch das Glasdach fiel. Krad hatte seine Flügel ausgebreitet.
\"Grüß\' Dark von mir\", rief er nur, bevor er mit einem leuchtend gelben Blitz die Glasscheiben des Daches zerstörte und in die Nacht hinein flog.

Alleingelassen saß Daisuke noch immer auf dem kalten Marmorboden des Museums und starrte auf die weiße Feder, die in seine Hand gefallen war. In seinem Innern krampfte sich in regelmäßigen Abständen etwas zusammen. Sein Herz...? Wahrscheinlich. Und es schlug. Leider.
\"Sein Herz schlug\" - was für ein abstrakter Ausdruck dafür, dass ihm alles wehtat.
Wenn er gekonnt hätte, hätte er es sich liebend gerne aus dem Leib gerissen. Damit er diese Verachtung ertragen konnte... \"seine\" Verachtung.
Daisuke blickte nach oben zu dem Loch in der Decke und mit einem Mal fiel ihm auf, was ihm gerade durch den Kopf gegangen war. Genau wie Dark. Verbittert lachte er auf.
Das Ganze war docrrücrrückt! Dark liebte Hiwatari. Hiwatari liebte ihn. Er liebte Krad. Und Krad...
Sie waren alle Narren. Keiner war das Opfer, keiner konnte gewinnen. Denn keiner von ihnen würde je aufgeben. Sie spielten mit den Gefühlen des anderen, während sie selbst beinahe vor Schmerz starben. Narren, wirklich.
Und er war einer von ihnen.


~OWARI~

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